Christoph Bangert, Kandahar, Afghanistan, 2010 © Christoph Bangert

Gregor Sailer, Suzdal IV, Vladimir Oblast, Russia, 2016, from the series The Potemkin Village

Sze Tsung Nicolás Leong, Beicheng Xin Cun, Pingyao, Shanxi Province, 2004, aus der Serie History Images (2002–2005) © Sze Tsung Nicolás Leong

Guy Tillim, Grande Hotel, Beira, Mozambique, 2008 © Guy Tillim. Courtesy of Stevenson, Cape Town and Johannesburg

Anne Heinlein, Groß Grabenstedt, 2008, from: "Wüstungen" by Anne Heinlein and Göran Gnaudschun © Foto: Anne Heinlein

EXTREME.TERRITORIES

Deutsche Börse Photography Foundation

25. Mai bis 28. September 2018
Eröffnung: 24. Mai 2018, 18:30 Uhr

Die Ausstellung EXTREME. TERRITORIES zeigt Gebiete, deren Bewohner durch politische und wirtschaftliche Entwicklungen außergewöhnlichen Bedingungen ausgesetzt sind. Im Mittelpunkt stehen dabei die in der Landschaft hinterlassenen Spuren und Verschiebungen, die Zeugnis ablegen von Entwurzelung, Abgrenzung und Entfremdung. Sie entstehen durch politische Konflikte und Umwälzungen ebenso wie durch die Auswüchse von rasantem wirtschaftlichem Wachstum. Die Werke der fünf ausgewählten Künstler zeigen dies auf vielfältige und eindrückliche Weise. So zeigt das Projekt Wüstungen von Anne Heinlein (*1977 DE) und Göran Gnaudschun (*1971 DE) Fotografien und Archivmaterial aus den geschleiften Grenzgebieten in der ehemaligen DDR. Die damit verbundene Vertreibung der dort lange ansässigen Bewohner ist auch Thema der Serie History Images von Sze Tsung Nicolás Leong (*1970 MX/GB/US). Diese beschäftigt sich mit dem wirtschaftlichen Aufschwung einhergehenden radikalen architektonischen Veränderungen des urbanen Raums in chinesischen Großstädten.

Christoph Bangert (*1978 DE) setzt sich in Hello Camel mit den extremen Lebensbedingungen im Krieg auseinander. Er zeigt, wie Soldaten, die in Kriegsgebieten im Irak und Afghanistan stationiert sind, dort in den für sie erbauten Sperrzonen um ein Stück Normalität ringen. Wie bizarr solche und andere hermetisch von der Außenwelt abgeriegelte Siedlungen in Erscheinung treten oder gar nur simuliert werden hat Gregor Sailer (*1980 AT) für seine beiden Serien Potemkin Village und Closed Cities in den unterschiedlichsten Regionen in aller Welt aufgespürt.

Guy Tillim (*1962 ZA) schließlich erschafft mit seiner Serie Avenue Patrice Lumumba ein berührend poetisches Porträt der bisweilen morbid erscheinenden postkolonialen Gebäude in afrikanischen Großstädten. Die hier gezeigten Monumente tragen ebenso die Visionen von politischer Befreiung in sich, wie deren Scheitern.


The Cube, Mergenthalerallee 61, 65760 Eschborn
Die Ausstellung kann im Rahmen von Führungen nach vorheriger Anmeldung kostenfrei besichtigt werden. Die Termine finden Sie auf der folgenden Webseite unter Veranstaltungen.

www.deutscheboersephotographyfoundation.org